Kommunikation mit dem Baby

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Es wäre sehr viel leichter, wenn gleich nach Geburt das Baby reden und uns alles mitteilen kann. Ja, das wäre eine Traumvorstellung… Die Natur hat es aber anders gemeint und lässt alles langsam, sehr langsam geschehen. Woche pro Woche lernt dein Baby die Sprache und das Sprechen und vor allem die Kommunikation zwischen euch.
Alle wissen, dass die Babys weinen. Und nicht weil sie Babys sind und uns vielleicht am Rande des Nervenzusammenbruchs bringen möchten. Sie weinen, weil das Weinen das einzige Mittel ist, uns ihre Gefühle zu zeigen. Mit der Zeit lernt das Baby andere Wege zu kommunizieren – mit Gesten oder Mimik. Das Baby zeigt auf den Gegenstand seiner Wünsche, hebt die Arme, wenn auf dem Arm möchte oder schiebt deine Hand zur Seite, wenn es etwas nicht möchte oder ihm nicht schmeckt. Auch die Mimik deines Baby ändert sich mit der Zeit – es runzelt die Nase, wenn es ihm nicht schmeckt, macht den Mund weit auf, streckt die Zunge oder verdreht die Augen – Zeichen einer negativen Erfahrung. Aber auch Lächeln lernt dein Baby – jedes Mal wenn es dich oder ein beliebtes Spielzeug sieht.

Die Magie der Berührung

Die Kommunikation mit Baby, das noch nicht spricht, fängt an und endet mit der Berührung der Eltern. Denke, jedes Mal wenn das Baby, in seinem Versuch mit dir zu „reden“, weint, soll deine erste Reaktion eine Umarmung sein. Diese Magie der Berührung hilft euch eine stabile Basis für die künftige Kommunikation zwischen euch zu schaffen. Nachdem du dein Baby auf dem Arm hast, musst du jetzt erkennen, warum es weint – Hunger, Schmerzen, oder einfach das Bedürfnis umarmt zu werden. Die erste körperliche Nähe ist eben die eine magische Sache, die zu der großen Bindung zwischen Baby und Eltern verschafft. Jede zarte Berührung und Umarmung verschafft Vertrauen zwischen euch. Unabhängig davon, ob du das Baby umarmst, kuschelst, spielst mit ihm oder ihm vorliest – auf diese Art und Weise sendest du ihm eine nonverbale Botschaft für deine Liebe zu ihm, die das Baby versteht und wertschätzt.

Mama liest ein Buch vorWenn du das Baby in den Armen haltest, dann fühlt es sich gleich ruhiger und geborgener. Wenn du es gleich auf den Arm nimmst, wenn es weint, signalisierst du ihm, dass du für ihn da bist. Das Baby lernt es, dir zu vertrauen. Es gibt sogar Fälle, wenn 3-4 Monate alte Baby sofort aufhören zu weinen, wenn sie die mütterliche Nähe und Umarmung spüren. Diese nonverbale Kommunikation ist ein Vertrauen, das man nach und nach zwischen dir und dem Baby entsteht.
Diese körperliche Nähe bedeutet sehr viel für dein Baby – deswegen sei nicht sparsam damit. Eine Studie zeigt, dass viele Babys auf Nahrung verzichten können, aber nicht auf Umarmungen. Deswegen nutze diese Nähe um mit dem Baby zu kommunizieren und deine eigene Beziehung zu ihm zu schaffen.
Für die Eltern ist es wichtig zu lernen, mit dem Kinder zu reden. Die kindliche Babysprache tut niemandem gut. Auch wenn das Baby am Anfang nicht alles versteht, was du sagst, bleib bei den richtigen Namen der Dinge und rede, rede mit deinem Kind.

Körperliche Nähe

Berührungen, Umarmungen und Spiele sind die erste Form der Kommunikation und der festen Bindung – nicht nur emotional aber auch körperlich. Vergiss nicht, dass das Baby es liebt, wenn es körperliche Nähe spürt. Das Baby kennt es nicht anders, und das gibt ihm das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Versuche diese körperliche Nähe auch in den folgenden Jahren beizubehalten. Die Körpersprache ist sehr wichtig für die Bindung zwischen Eltern und Kind für sein ganzes Leben und nicht nur in den ersten Lebensmonaten.
Die Stimme in den verschiedenen Situationen
Du musst wissen, dass die Babys die Lautstärke und die Intonation sehr früh und sehr gut unterscheiden können. Ein lautes „Nein“ lässt das Baby weinen, ein liebes „Gute Nacht“ beruhigt. Ich verstehe, dass man mit einem lieben „Nein“ nicht das erreicht, was man möchte. Das heißt, das Baby wird das Nein nicht sofort akzeptieren, als wenn man es etwas lauter und mit einer anderen Intonation und Mimik sagt. Eine andere Frage ist es, ob man bereits in dieser frühen Lebensphase solche strenge Aussagen benutzen sollte. Das möchte ich aber jedem selber überlassen. Erziehungsmethoden kann ich nicht und ich möchte nicht vermitteln.
Ein interessantes Erlebnis hatte ich mit meinem Sohn – jedes Mal wenn ich telefoniert habe, hat er angefangen zu weinen. Sobald ich zum Hörer gegriffen habe, verzog er schon das Gesicht. Woran lag es, dachte ich die ganze Zeit. War es Eifersucht? Nein, ich erkannte, dass er weint, weil meine Stimme anders war. Ich redete nicht mit dem süßen, sanften Ton, sondern normal, egal ob ich beim Arzt angerufen, bei der Behörde oder nur mit meiner Mutter telefoniert habe. Mit der Zeit hat er es auch gelernt, dass es nicht schlimm ist. Ich wollte nur damit sagen, dass die Babys, auch wenn sie nicht alles sprachlich verstehen, dagegen aber die Emotion und die Intonation sehr früh.

Rede, rede, rede mit dem Baby

Rede mit deinem Baby! Diese Kommunikation ist wichtig für die künftigen sprachlichen Fähigkeiten deines Kindes. Unbewusst speichert dein Baby jedes Wort, das es gehört hat. Sprachforscher sind der Meinung, dass Babys, mit denen man sehr früh „geredet“ hat, sehr früh die Sprache lernen und früh selbst reden können. Dasselbe gilt für Babys, die zweisprachig aufwachsen. Die Babys, die zweisprachig aufwachsen, machen sehr früh ihre eigenen Erfahrungen mit der Sprache. Sie merken sehr früh, dass in den verschiedenen Sprachen die Dinge anders heißen, dass Gestik und Mimik anders sind. Auf diese Art und Weise entwickeln sie ein intensiveres Gefühl und Bewusstsein für die Sprache, als Kinder, die nur eine Sprache erlernen.
Lerne sehr früh mit deinem Baby zu kommunizieren in der Form eines Dialogs. Sage ihm etwas und fordere es, dir zu antworten. Natürlich kann dir dein Baby keine Antwort geben, aber eine Gestik, Mimik, ein Laut oder nur ein Lächeln sind Zeichen dafür, dass dein Baby dich versteht und dir somit antwortet.
Mit der Zeit kommen größere Laute, kleine Wörtchen, Sätze und plötzlich merkst du, wie aus deinem kleinen Baby ein schlaues und aufgewecktes Kind geworden ist. Und das verdankt es dir, weil du die beste Voraussetzung dafür geschaffen hast – du hast mit ihm geredet!